Verfasst von: Jan | 30. September 2013

Reisetagebuch Andalusien 2013: Tapas, Toros und Kultur – Allgemeine Reisetipps für Andalusien

Andalusien 2013

Viele Begriffe, die wir mit Spanien in Verbindung bringen, haben ihren Ursprung in Andalusien, so z. B. Stierkampf, Flamenco, Kastagnetten und der Cordobahut. Aber wussten Sie, dass es in der südlichsten Region Europas darüber hinaus viele weitere interessante (Foto-)Themen gibt? Darunter Tropfsteinhöhlen, maurische Festungen, Olivenhaine, weiße Dörfer und Sherry-Bodegas!

Freuen Sie sich auf das bebilderte Reisetagebuch, in dem ich Ihnen einen Eindruck über Andalusien vermitteln möchte – dazu gibt es nützliche Tipps zu den jeweiligen Orten unserer Rundreise (Malaga, Granada, Baeza, Cordoba, Sevilla, Jerez, Puerto de Santa Maria und Ronda).

Übrigens habe ich mich auf diese Reise besonders gefreut, weil es nämlich der erste größere Einsatz für meine neue Nikon D5100 und das neue 35mm-DX-Festbrennweitenobjektiv war.

Bevor es mit dem bebilderten Reisetagebuch losgeht, habe ich für Sie ein paar allgemeine Reisetipps für die faszinierende Urlaubsregion Andalusien:

Reisezeit: Wenn Sie es sich heraussuchen können, kommen Sie im Frühjahr, wenn alles in voller Blüte steht und es tagsüber noch nicht allzu heiß ist. Andalusien lebt viel von begrünten Gärten, bepflanzten Hauswänden und hübsch angelegten Innenhöfen. Bereits im Mai kann es um die 30 Grad geben. In der Osterwoche (Semana Santa) ist Andalusien auch bei Spaniern ein beliebtes Reiseziel, zudem finden dann zahlreiche Feierlichkeiten und Prozessionen statt.

Reiseführer: Besorgen Sie sich auf jeden Fall mehr als einen Reiseführer in Buchform. Wir hatten deren drei dabei (ADAC, DerTour, Merian) – aber auch diese waren unterschiedlich aktuell und daher teilweise widersprüchlich. Besonders bei den Öffnungszeiten der Hauptattraktionen in den großen Städten sollten Sie sich zur Sicherheit nochmals besser vor Ort informieren. Die Hotelrezeptionisten wissen hier meist recht gut Bescheid.

Orientierung:

  • Der Mietwagen ist das Mittel der Wahl für viele Andalusien-Rundreisen. Verwenden Sie auf jeden Fall ein Navigationssystem mit aktuellem Kartenmaterial und eine Straßenkarte, die Sie sich als ADAC-Mitglied kostenlos vor der Abreise bestellen können. Aber auch mit Navigationsgerät haben Sie keine Garantie – unser TomTom wollte uns ein paar Mal auf Straßen schicken, die gar nicht existieren. Oder wir sollten abbiegen, wo es laut Schild gar nicht erlaubt war…
  • Wenn Sie ein Smartphone besitzen, holen Sie sich auf jeden Fall eine kostenlose Navigations-App mit Offline-Kartenmaterial (z. B. den Navigator aus dem Google Play Store). So verbrauchen Sie keinen Datentraffic, was im Ausland schnell ein teurer Spaß werden kann. Eine solche App ist als Ergänzung ungeheuer praktisch – auch wenn Sie zu Fuß in den Städten mit ihrem typischen Gassengewirr unterwegs sind. Zudem können Sie über die Funktion „GPS-Position speichern“ immer hinterlegen, wo Sie Ihr Auto geparkt haben und finden es dann auch bei Dunkelheit und nach einem längeren Spaziergang zuverlässig wieder.
  • Nicht alle Hoteladressen findet man übrigens in den Navigationsgeräten – ich selbst habe mir deshalb auch die GPS-Position unserer Hotels in Google Maps anzeigen lassen und diese dann vorab unter „Meine Orte“ in der Navigator-App angelegt (das kann ich nur empfehlen, wenn Sie vorgebuchte Hotels haben).

Autofahren:

  • Die Spanier lieben Kreisverkehre. Diese sind häufig zweispurig, und Sie müssen wissen, wie man sich darin bewegt: wichtig zu wissen ist, dass auf die äußere Spur nur eingefahren wird, wenn man schon die nächste Ausfahrt nehmen wird. Alle anderen fahren zunächst auf der inneren Spur und erst vor der gewünschten Ausfahrt wird dann wieder auf die äußere Spur gewechselt. Klingt komplizierter als es ist, aber Sie sollten sich darauf einstellen. Beim beschriebenen Wechsel von innen nach außen muss geblinkt und der äußeren Spur Vorfahrt gewährt werden. Wenn ein Spurwechsel nicht möglich ist, muss der Fahrer solange im inneren Ring weiterfahren, bis er gefahrlos wechseln kann.
    Ich sage mal so: Auch wenn sie zuletzt in der Fahrschule den Schulterblick angewendet haben – im spanischen Kreisverkehr lohnt er sich!
  • Schauen Sie, dass Sie früh auf die Straße kommen, dann ist besonders in den Städten vergleichsweise wenig Verkehr.
  • Keine Probleme hab ich auf Autobahnen und Autopistas gehabt – hier kommen Sie gemütlich mit max. 120 km/h voran und werden selten auf richtige Raser treffen. Die Radarfallen in Spanien sind übrigens unauffällige graue Kästen, die auf dem Boden stehen und Sie von hinten (!) messen und blitzen – sie werden aber in der Regel durch Schilder angekündigt.
  • Legen Sie sich auch den Europäischen Unfallbericht (deutsch/spanisch) ins Auto. Dazu die Broschüren Per Mietauto durch Europa und Unfall im EU-Ausland des europäischen Verbraucherzentrums.

Sprache:

  • In den meisten Hotels und Restaurants wird passabel englisch gesprochen, vereinzelt auch deutsch.
  • Grundsätzlich gilt: Je älter die Person, um so schlechter die Fremdsprachenkenntnisse – besonders bei den älteren Herren, die in den Parkhäusern und Parkplätzen die Kassenhäuschen besetzen, musste ich mich richtig anstrengen und mit Händen und Füßen kommunizieren
  • In touristischen Gegenden und Großstädten werden Sie oft mehrsprachige Speisekarten vorfinden – schauen Sie trotzdem, dass Sie einen Reiseführer mit den wichtigsten spanischen Wendungen und einem Tapas-ABC bekommen, das kann nicht schaden.

Geld: Andalusien ist kein „billiges“ Reiseland. Auch in 3-Sterne-Hotels ist der Safe kostenpflichtig (1-2 EUR pro Tag). Hotelparkplätze und Parkhäuser in Großstädten sind auf deutschem Preisniveau. Hotels haben oft Kooperationen mit öffentlichen Parkplätzen und Parkhäusern, so dass Sie hier den einen oder anderen Taler sparen können. Kreditkarten (vor allem MasterCard und VISA) werden in Hotels, Restaurants, Tankstellen und vielen Geschäften akzeptiert.

Fotozubehör: Bekommen Sie problemlos in größeren Städten.

Essen/Trinken:

  • Die beliebten Tapas (kleine Schälchen mit Häppchen) bekommen Sie in vielen Restaurants, oft auch wahlweise als größere Portion (Racion). Zu zweit haben wir uns meist mehrere Tapas als Vorspeise geteilt und dann noch jeweils eine Racion bestellt. Besonders in Küstennähe, eigentlich aber in ganz Andalusien, bekommen Sie Fisch (z. B. Kabeljau/“Bacalao“) Meeresfrüchte und Garnelen („Gambas“ oder „Langostinos“). Ich persönlich esse sehr gern Gambas al pil-pil und Bacalao al pil-pil, also in einer Chili-Knoblauch-Soße, die eigentlich aus Nordspanien kommt. Ebenfalls kein Andalusisches Gericht ist die überall angebotene Paella (Achtung: Oft nur für 2 Personen und manchmal nur auf Vorbestellung).
  • Spanischer Schinken, insbesondere „Jamon Serrano“ und der noch bessere (und teure) „Jamon Iberico“ vom schwarzen iberischen Schwein wären fast einen eigenen Eintrag wert. Als hochklassigstes Produkt gilt der „Jamon de Bellota“, bei dem die Schweine einer Eichelmast unterzogen werden.
  • Gazpacho (eine kalte Tomaten-Gurken-Suppe) hilft als Vorspeise gut gegen die Hitze, es gibt sie im Glas oder (mit Gemüseeinlage) im Teller. Die etwas dickere Salmorejo fand ich auch sehr lecker, sie ist zusätzlich mit etwas Speck und Ei versehen und mit Brot ebenfalls eine tolle Vorspeise.
  • Chorizo, eine scharfe Paprikawurst, gibt es in vielen Hotels schon zum Frühstück in Scheiben, aber auch in angebratenen Stücken als Tapa oder Racion.
  • Meist habe ich Bier getrunken (San Miguel, Mahou, und Alhambra – oft sehr kalt, manchmal sogar mit dicken Eisklumpen serviert). Zum Bier bekommen Sie meist ein Schälchen mit grünen Oliven. Andalusien ist berühmt für seine Sherrys und Brandys, teilweise auch für seinen Wein. Rund um Cordoba bekommt man gute regionale Weißweine (Montilla). Ich mag eher trockene Weine, jedoch war mir die trockenste Sherrysorte (Fino) etwas zu trocken, wenn es Ihnen auch so geht, versuchen Sie den bernsteinfarbenen Amontillado. Von den dunklen, süßen Sherrys und „Cream“ (reines Exportprodukt) rate ich ab. Besonders in und um Jerez können Sie sehr gut eine Bodega besichtigen und verschiedene Sherrys verkosten.
  • Übrigens: Ein großer deutscher Discounter ist in Spanien recht verbreitet (vor allem an den Ein- und Ausfallstraßen der größeren Städte). Hier bekommen Sie günstige Zutaten für ein Picknick (auch frisches Brot und verschiedene Schinkensorten) und vor allem günstige Getränke. Sorgen Sie vor allem dafür, dass Sie immer genügend Wasser dabeihaben.

Wichtig: Sonnenschutz und noch mehr Sonnenschutz! Mütze, Sonnencreme und Sonnenbrille gehören mit auf die Reise.

Sicherheit: Es ist wichtig, wirklich nichts sichtbar im Auto liegen zu lassen (insbesondere keine Wertsachen, aber auch keine Jacken, Taschen, Unterlagen, Rucksäcke usw.). Legen Sie am besten alles in den Kofferraum und entfernen Sie das Navigationsgerät samt Halterung von der Frontscheibe. Für alle Fälle klappen Sie auf engen Parkplätzen oder beim Parken an der Straße die Außenspiegel ein.
Spanien ist ein recht sicheres Reiseland – beachten Sie einfach die üblichen Sicherheitshinweise (Wertsachen in den Hotelsafe, nur wenig Bargeld mitführen, Vorsicht vor Trickbetrug und Taschendiebstahl).

Souvenirs: Rund um Baeza und Jaen bis nach Cordoba bietet sich Olivenöl an, im „Sherry-Dreieck“ zwischen Jerez, Puerto de Santa Maria und San Lucar de Barrameida natürlich Sherry und Brandy. In Cordoba bekommen Sie gute Lederprodukte (Qualtät hat auch hier ihren Preis). Neben dem üblichen Spanien-Kitsch gibt es die noch vergleichsweise originellen Produkte mit der berühmten Stier-Silhouette einer bekannten Sherrymarke (Beispiele unter torodeosborne.com).

Sonstiges:

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