Verfasst von: Jan | 27. März 2013

#followmeto: Hype um Instagram-Bilder von Murad Osmann – und was Reisefotografen daraus lernen können

Wieder einmal ein interessanter Artikel auf SPIEGEL ONLINE: #followmeto: Hype um Instagram-Bilder von Murad Osmann:

Osmanns ungeduldige Freundin wollte bei einem Besuch in Barcelona nicht länger warten, bis er fertig fotografiert hatte, und zog ihn einfach an der Hand fort. Osmann nahm ein Bild auf, war mit dem Ergebnis zufrieden und machte fortan weitere Bilder im selben Stil an verschiedenen Orten.

Auch wenn nicht jeder spontane Schnappschuss zum Internethype werden wird, so finde ich Osmanns Experiment für Reisefotografen in mehrerlei Hinsicht recht lehrreich. Für die Reisefotografie lohnt es sich, anhand dieses Beispiels über folgende Punkte nachzudenken:

  • Spontane Bilder können den Anstoß für ungewöhnliche Blickwinkel und Perspektiven bieten. Auch wenn im vorliegenden Fall sicherlich hilfreich ist, dass Osmanns Freundin in den Bildern ein echter “Hingucker” ist, profitieren seine Bilder vor allem von der ungewöhnlichen Perspektive, bei der der Fotograf (oder zumindest seine Hand) Teil des Motivs ist und der Betrachter den Blickwinkel des Fotografen einnimmt.
  • Ein verbindendes Element kann Bilder von verschiedenen Reisezielen zu einer originellen Serie verknüpfen. Die Exotik unterschiedlicher Motive lässt sich mit einem gemeinsamem “Leitmotiv” kombinieren – so erhalten Sie mit vergleichsweise geringem Aufwand eine Bilderreihe, und zudem einen ersten kreativen Ansatz für mögliche Motive bei jeder weiteren Reise. Das können ganz unterschiedliche Ideen sein: Ob “Boote aus aller Welt”, “mein Maskottchen vor berühmten Bauwerken” oder “exotische Straßenschilder”: die Möglichkeiten sind grenzenlos
  • Mit der richtigen Idee kann (kurzfristige) Bekanntheit im Internet erzeugt werden. Osmann hat offenbar mit deinem “Rezept” den richtigen Nerv getroffen: eine attraktive, oft auch recht freizügige Frau im Bild, eine ungewöhnliche, spontane Idee und Motive von exotischen Orten, das Ganze mit einem instagram-Tag in soziale Netzwerke platziert. Hat funktioniert.

Wie Sie auch in den Kommentaren des SPIEGEL-ONLINE-Artikels nachlesen können kann man Osmanns Aktion in vielerlei Hinsicht kritisieren: handwerkliche Mängel oder fehlenden künstlerischen Wert attestieren einige Kommentatoren, auch die instagram-“Vermarktung” ist sicher nicht jedermanns Sache. Dennoch: ich denke, der Erfolg gibt Osmann recht, und vielleicht ist es ja auch für Sie eine Inspiration für künftige Reisefotos?

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Responses

  1. […] gibt es zuhauf! Und falls Sie zu zweit sind, können Sie bereits ein Selbstporträt im #followmeto:-Style […]

  2. […] Spontan und kreativ sein! Trotz aller Konzentration auf Ihre vorbereiteten Motive nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, bewusst abseits der Routen zu suchen – in Hinterhöfen, auf einheimischen Festen, im Bus, im Garten des Hotels, auf dem Weg zum Supermarkt, im Gespräch mit dem Taxifahrer, oder so wie ich, aus dem Tuk-Tuk heraus. Oder versuchen Sie sich bei einem Spaziergang nur mit einer Festbrennweite als einzigem Objektiv. Suchen Sie sich ungewöhnliche Motive, die Sie in allen Ländern finden können. Straßenschilder? Friedhöfe? Türklopfer aus Messing? Flohmärkte? Friseursalons? Auch so können Sie die Serien Ihrer Standard-Sehenswürdigkeiten mit authentischen und innovativen Ideen aufwerten. Kennen Sie das Beispiel von Murad Osmann, der mit dem Tag #followmeto berühmt wurde? […]


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