Verfasst von: Jan | 19. Oktober 2012

Die 10 Tipps für lausige Reisefotos – nicht nachmachen ;-)

Nachdem ich im letzten Eintrag auf ein paar Tipps für bessere Reisebilder verwiesen habe, teile ich direkt im Anschluss meine „10 Tipps für lausige Reisefotos“ mit Ihnen. „Do not try this at home or while travelling!“ 😉

  1. Tipp: Seien Sie spontan und risikofreudig!
    Bedienungsanleitungen sind was für Weicheier. Nehmen Sie besonders eine neue Kamera ruhig direkt mit auf die Reise, ohne sich vorher zeitraubend in deren Funktionen einzulesen. Es ist viel spannender, wenn Sie das erst tun, wenn Sie eine Aufnahme machen wollen. Wenn Sie deswegen das Bild Ihres Lebens verpassen, ist ja schließlich der Kamerahersteller mit seiner völlig unübersichtlichen Menüführung schuld!
    Der Kameragurt ist für risikofreudige Fotografen völlig unnötig. „Freihändig“ sind Sie viel flexibler – das gilt auch auf rutschigen Böden, wackligen Booten, steinigen Berghängen und auf dem Rücksitz von Motorradtaxis. Wie man eine Kamera sicher hält und „blind“ bedient, müssen nur Anfänger wissen – und das sind Sie ja schließlich nicht!
  2. Tipp: Vorbereitung ist überbewertet.
    Wenn Sie erst in einem exotischen Land angekommen sind, sehen Sie es ja sowieso. Lästige Studien im Vorfeld über die dort lebenden Menschen, ihre Kultur, Besonderheiten und Bräuche müssen Sie nicht durchführen. Und in Reiseführern steht doch sowieso überall das gleiche – die enthaltenen Bilder liefern Ihnen bestimmt keine Ideen für tolle Motive, Sie möchten sich lieber direkt vor Ort inspirieren lassen!
  3. Tipp: Hauptsache Licht!
    Von wo es kommt, ist eigentlich egal. Zum Fotografieren braucht man bekanntlich Licht, je mehr, desto besser. Profis wie Sie nutzen deshalb auch gern das grelle Sonnenlicht zur Mittagszeit mit seinem beliebten hohen Blauanteil. Für die Stunde nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang müssten Sie ja ihre komplette Tagesplanung umstellen, das kann man keinem Fotografen zumuten…
  4. Tipp: Mitten Rein!
    Zentrale Bildaussagen gehören ins Zentrum. Damit die Betrachter Ihrer Bilder nicht lange suchen müssen, nehmen Sie das Hauptmotiv am besten genau in die Mitte – toll, wenn es dann noch eher klein ist und Ihnen viel Platz für wichtiges Beiwerk drumherum bleibt (Bäume, Büsche, Pfosten, Himmel…). Das unterstreicht Ihre Bildaussage und wird Betrachter zu Begeisterungsstürmen treiben!
  5. Tipp: Viel aufs Bild!
    Nicht ohne Grund sind Wimmelbilder und Suchspiele  bei Jung und Alt so beliebt. Je mehr Sie ablichten, und je kleinteiliger und verstreuter Sie ihr Bild aufbauen, um so mehr gibt es für den Betrachter zu entdecken. Wer dabei Ihre Bildaussage nicht kapiert, ist vermutlich nur ein ignoranter Amateur!
  6. Tipp: Bewährtes ist am besten!
    Mit neuen, ungwöhnlichen Ansichten bekannter Motive ernten Sie bestenfalls Verwunderung. Der Eiffelturm hat schon auf vielen Bildern genau so ausgesehen – das wird sich ja dann wohl bewährt haben. Ein Abweichen von der Norm macht Sie zum wunderlichen Kauz – versuchen Sie doch lieber, den etablierten Standard für Allerweltsmotive weiterzutragen!
  7. Tipp: Nur keine Scheu!
    Menschen in fremden Ländern lieben es, fotografiert zu werden. Immer! Ganz bestimmt! Das ist in jeder Kultur so, Sie müssen doch nicht extra vorher fragen. Ungeniert drauf los, ein jeder wird sich geehrt fühlen. Lehnen Sie jedoch unverschämte Trinkgeldforderungen sofort ab. Wo kämen wir hin! Auch ein „dankeschön“ hat heutzutage natürlich schon längst ausgedient.
  8. Tipp: Personenbilder nie überladen!
    Anhand des Bildes von Ihnen selbst oder Ihren Mitreisenden muss niemand den exotischen Charakter Ihres Reiselandes erkennen. Es ist für den Betrachter spannender, wenn er sich erst erschließen muss, ob Ihr Porträt vielleicht in Wanne-Eickel oder doch eher auf der chinesischen Mauer aufgenommen wurde. Machen Sie diese intellektuelle Leistung Ihrem Betrachter unmöglich, indem Sie sehr wenig landestypischen Kontext in solche Bilder einbauen – Ihre fotografische Reputation wird ins Unermessliche steigen!
  9. Tipp: Fotografieren muss immer bequem sein und schnell gehen!
    Der erstbeste Standort wird schon gut genug sein. In die Knie gehen, sich hinlegen, oder irgendwo hinaufzusteigen strengt nur an und bringt nichts – das wissen Sie sofort! Bei der Motivwahl ist doch er erste Eindruck meist der beste. Lassen Sie sich nicht von einer Vielzahl möglicher Bildkompositionen verwirren, das wirkt unprofessionell und ziellos! Auch Geduld ist keine Fotografentugend. Warten lohnt nie, Schuss, nächstes Motiv, noch ein Schuss, nächstes Motiv – und noch einer! Kommen sie auch ja nicht später wieder zur Szenerie zurück, um zu prüfen, ob sich das Licht oder die Stimmung verändert hat, Sie haben schließlich nicht den ganzen Tag Zeit!
  10. Tipp: Exzessive digitale Nachbearbeitung macht das Bild erst gut!
    Bei der Aufnahme bloß keine Zeit verschwenden, das haben Sie schon im Tipp 9 gelernt. Lächerliche 16GB Speicherplatz auf Ihrer Kamera sind sowieso so gut wie nichts, daher nehmen Sie jedes Motiv genau einmal auf –  wozu gibt es Bildbearbeitungssoftware? Sie können ja jedes noch so vermurkste Foto später digital in ein Meisterwerk verwandeln – Sie beweisen damit nicht nur fotografische Weitsicht, sondern auch Ihre gottgleichen Fähigkeiten in der Nachbearbeitung!

Also: Beherzigen Sie diese 10 einfachen Tipps, und Sie werden mit Sicherheit eine Menge lausige Aufnahmen von Ihrer nächsten Reise mitbringen!

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